Volleyball – DVL-Presseservice: DVL-Vorstand verweigert Erstligalizenz für Netzhoppers KW-Bestensee

Der Vorstand der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) hat dem Erstligisten Netzhoppers KW-Bestensee keine Lizenz für die Saison 2013/14 erteilt. Die Lizenzanträge aller übrigen Vereine der 1. und 2. Bundesliga wurden bestätigt. In der kommenden Spielzeit werden insgesamt 76 Mannschaften in sechs Ligen an den Start gehen.

„Netzhoppers KW-Bestensee hat die notwendigen Nachweise zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit leider nicht erbracht“, begründete DVL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung die einstimmige Entscheidung des Vorstandes, der den Empfehlungen des Lizenzierungsausschusses folgte. „Die Mängel, die sich bereits in der abgelaufenen Saison gezeigt hatten und zu einem Punktabzug sowie einer fortwährenden Nachlizenzierung führten, konnte der Verein nicht abstellen“, erläuterte er weiter. „Es liegt im Interesse aller Clubs, der Spieler und Wirtschaftspartner, dass der Bundesligaspielbetrieb auf gesunden Füßen steht. Die Entscheidung war daher leider alternativlos.“ Dem Verein wurde nunmehr eine Lizenz in der 2. Bundesliga Nord unter strengen Auflagen in Aussicht gestellt. Gegen die Entscheidung kann Netzhoppers KW-Bestensee binnen 14 Tagen Klage vor der DVV-Spruchkammer einreichen.

Die Lizenzanträge aller übrigen Vereine wurden, zum Teil unter strengen Auflagen, bestätigt. Der Lizenzierungsausschuss hat im Zusammenwirken mit der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ASNB enge Maßstäbe für die wirtschaftliche Lizenzierung angelegt. Sieben Vereine der 1. Bundesliga erhielten die Lizenz ohne Auflagen. Zwölf Vereine erhielten moderate Auflagen bzw. Bedingungen. Den drei Vereinen CV Mitteldeutschland, RWE Volleys Bottrop und VC Wiesbaden wurde die Lizenz nur unter schärfsten Auflagen erteilt. CV Mitteldeutschland und RWE Volleys Bottrop müssen zudem bis zum 15. Juli weitere Nachweise beibringen und Bedingungen erfüllen.

Das Lizenzierungsverfahren ist Kontrollinstrument für die DVL, zugleich ist es Planungshilfe für die Vereine. Es soll das Risiko minimieren, dass Vereine ihre wirtschaftlichen und organisatorischen Verpflichtungen während der Saison nicht einhalten. Zudem soll es einen fairen Wettbewerb unter den Vereinen fördern, indem diese daran gehindert werden, sich einen sportlichen Vorteil ohne ausreichende wirtschaftliche Basis zu verschaffen. Auflagen im wirtschaftlichen Lizenzierungsverfahren beinhalten unter anderem Nachweise des Liquiditätsstatus und der Ergebnisentwicklung über die kommende Saison sowie den Nachweis zusätzlicher Sponsorenverträgen und anderer Erlösquellen.

1. Bundesliga Frauen (11 Mannschaften): Schweriner SC, Rote Raben Vilsbiburg, Dresdner SC, VC Wiesbaden, Allianz MTV Stuttgart, USC Münster, VT Aurubis Hamburg, SC Potsdam, Köpenicker SC Berlin, VfB Suhl, Alemannia Aachen

1. Bundesliga Männer (11 Mannschaften): BERLIN RECYCLING Volleys, Generali Haching, VfB Friedrichshafen, TV Bühl, Moerser SC, evivo Düren, CV Mitteldeutschland, TV Rottenburg, VC Dresden, RWE Volleys Bottrop, VSG Coburg/Grub,

2. Bundesliga Nord Frauen (12+1 Mannschaften): USC Münster II, Schweriner SC II, VT Aurubis Hamburg II, TSV Rudow Berlin, SCU Emlichheim, VfL Oythe, TSV Bayer 04 Leverkusen, DSHS SnowTrex Köln, 1. VC Stralsund, Kieler TV, TV Gladbeck, RC Borken-Hoxfeld, VCO Berlin

2. Bundesliga Süd Frauen: (12+1 Mannschaften): TSV Sonthofen, SWE Volley-Team, SV Lohhof, Chemnitzer PSV, VV Grimma, VfL Nürnberg, VC Offenburg, TG Bad Soden, NawaRo Straubing, Allianz MTV Stuttgart II, SSV Ulm, Rote Raben Vilsbiburg II, VCO Dresden

2. Bundesliga Nord Männer (12+2 Mannschaften): TSV Giesen/48 Hildesheim, TuB Bocholt, FC Schüttorf 09, VC Bitterfeld-Wolfen, TSG Solingen, VV Humann Essen, Rumelner TV, DJK Delbrück, SVG Lüneburg, SV Lindow/Gransee, KMTV Eagles Kiel, Netzhoppers KW-Bestensee, VI Frankfurt, VCO Berlin

2. Bundesliga Süd Männer (12+2 Mannschaften): TuS Durmersheim, TSV GA Stuttgart, L.E. Volleys, ASV Dachau, TG Rüsselsheim, GSVE Delitzsch, FT Freiburg, SV Fellbach, TSV Herrsching, TGM Mainz-Gonsenheim, TSV Grafing, SV Schwaig, VYS Friedrichshafen, VCO Kempfenhausen

Volleyball – DVL-Presseservice: Bundesliga will Masterplan auf den Weg bringen

Ein Masterplan für die Entwicklung der Volleyball-Bundesligen steht im Mittelpunkt der Bundesligaversammlung der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), die am 24./25. Mai 2013 in Berlin-Zeuthen stattfindet. Ein umfangreicher Maßnahmenkatalog soll die Durchlässigkeit zwischen den Ligen, die Vermarktungsperspektiven sowie die Personalentwicklung auf Vereins- und Ligaebene stärken.

DVL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung sieht der Beratung und der Abstimmung mit den Bundesligisten optimistisch entgegen. Im März hatte er den Vereinen erstmals im Rahmen der Arbeitskreissitzungen die Eckpunkte des Masterplans präsentiert. „Seither haben wir viele Gespräche mit den Clubs geführt, Anregungen aufgenommen und insbesondere daran gearbeitet, den Benefit für unsere Mitglieder noch deutlicher herauszustellen“, so Jung.

Um die Durchlässigkeit zwischen den Ligen zu fördern, sollen die Lizenzierungsvoraussetzungen zukünftig nicht allein an die Spielklasse, sondern auch an die Dauer der Ligazugehörigkeit gekoppelt werden. Die Anforderungen werden dann jeweils schrittweise im ersten, dritten, fünften und achten Jahr steigen. „Wir wollen damit insbesondere den Aufsteigern eine klare Perspektive geben“, so Jung. „Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die etablierten Clubs nicht auf dem jetzigen Niveau stagnieren. Eine Professionalisierung der Vereinsstrukturen ist insbesondere im Hinblick auf die Steigerung von Vermarktungserlösen sowie die Öffentlichkeitsarbeit geboten“, mahnt der DVL-Geschäftsführer. Hauptamtliche Managementstrukturen sollen daher ab der Saison 2014/15 Lizenzvoraussetzung werden.

Der DVL-Vorstand beantragt zudem eine stufenweise Erhöhung der Beiträge und Lizenzgebühren bis zur Saison 2015/16, um das DVL-Center in den Bereichen Vermarktung, Fernsehen und PR-Arbeit schlagkräftiger aufzustellen. „Geht unser gemeinsamer Plan auf, dann wird ein Großteil der eingeworbenen Vermarktungserlöse an unsere Clubs zurückfließen“, wirbt Jung um die Zustimmung der Bundesligisten. „Ohne zusätzliche Investitionen in Personal, sowohl auf Vereins- als auch auf Ligaebene, werden wir unsere Position in der Konkurrenz mit anderen Sportarten nicht verbessern können.“

Das Vermarktungskonzept, die Erhöhung der Lizenzgebühren, hauptamtliche Managementstrukturen sowie der Stufenplan bei den Lizenzierungsvoraussetzungen sind die ersten Säulen des Masterplans, der auf der Bundesligaversammlung 2013 auf den Weg gebracht werden soll. Bis 2014 müssen dann weitere Handlungsfelder zusammen mit den Vereinen bearbeitet werden. „Wir nehmen uns hierzu die notwendige Zeit. So können wir alle Clubs auf unserem gemeinsamen Weg gut mitnehmen“, betont Jung.

Weitere Themen der Bundesligaversammlung sind die Auslosung des Pokal-Achtelfinals 2013/14, die Vorstellung eines Entwicklungsprogramms für die Bundesliga-Schiedsrichter, die Einführung der Online-Lizenzierung, Satzungsänderungen sowie die Neuwahl des kompletten DVL-Vorstands. Dieser wird sich zuvor in seiner Sitzung am 22. Mai mit den Lizenzanträgen der 1. und 2. Bundesliga sowie den Prüfungsergebnissen der wirtschaftlichen Lizenzierung befassen.

Volleyball – DVL-Presseservice: Neuen Bundesligaclubs starten im Europacup 2013/14

Acht Vereine der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) haben in der Saison 2013/14 für die Europacupwettbewerbe der CEV gemeldet. Meister BR Volleys und Vizemeister VfB Friedrichshafen starten in der Champions League der Männer. Bei den Frauen hat Meister Schweriner SC einen Startplatz sicher, Vizemeister Dresdner SC hat einen Wildcard-Antrag für die Königsklasse gestellt.

Eine Entscheidung über den Antrag fällt nach Aussage des europäischen Verbands (CEV)  voraussichtlich in der kommenden Woche. Sollte der Antrag der Dresdner durch die CEV nicht bewilligt werden, wird der Club zusammen mit den Roten Raben Vilsbiburg im CEV-Cup an den Start gehen. Komplettiert wird das Quartett der Frauen durch VT Aurubis Hamburg im Challenge Cup. Die Hamburger bewerben sich als Nachrücker für VC Wiesbaden und MTV Allianz Stuttgart, die beide auf ihre Teilnahme verzichtet haben.

Bei den Männern werden der Pokalsieger Generali Haching sowie der Meisterschaftsdritte TV Ingersoll Bühl im CEV-Cup antreten. Der deutsche Startplatz im Challenge Cup bleibt nach der Absage des Moerser SC verwaist.

Der DVL-Vorsitzende Michael Evers freut sich über die Präsenz der Bundesligaclubs auf europäischer Bühne. „Die Teilnahme ist für die sportliche Entwicklung der Liga und unsere internationale Wahrnehmung enorm wichtig. Doch leider sind die CEV-Wettbewerbe immer noch eine finanzielle Zusatzbelastung für alle Teilnehmer, mit denen kein Geld zu verdienen ist. Da sich die Aufmerksamkeit immer stärker auf  die Champions League fokussiert, begrüße ich die Überlegungen der CEV, die beiden anderen Wettbewerbe für die Zukunft deutlich aufzuwerten.“

Die Auslosung für CEV- und Challenge Cup wird am 20. Juni in Luxemburg stattfinden, die Gruppenphase der Champions League wird im Rahmen der traditionellen CEV-Gala am 28. Juni in Wien ausgelost.

Volleyball – DVL-Presseservice: DVL-Vorstand beantragt Geldstrafe und Sperre gegen Moculescu

Stelian Moculescu soll für sein unsportliches Verhalten am Rande des vierten Finalspiels eine Geldstrafe zahlen und für mehrere Spiele gesperrt werden. Der Vorstand der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) leitete gegen den Trainer des VfB Friedrichshafen ein entsprechendes Verfahren vor der Spruchkammer des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) ein.

„Die öffentlichen Äußerungen von Stelian Moculescu stellen einen schweren Verstoß gegen den Ethic-Code der DVL dar und sind in höchstem Maße unsportlich“, begründet der DVL-Vorsitzende Michael Evers die Entscheidung. Der Sprecher der 1. Bundesliga Männer und stellvertretende DVL-Vorsitzende Rüdiger Hein fügt hinzu: „Wir billigen jedem Trainer und Spieler emotionale Reaktionen nach einem dramatischen Spiel zu. Aber Stelian Moculescu hat mit seinem Verhalten Grenzen überschritten und die Integrität der Schiedsrichter und des Bundesligaspielbetriebs schwer beschädigt.“

Moculescu hatte im Anschluss an das letzte Meisterschaftsspiel in mehreren Interviews den 1. Schiedsrichter der Partie scharf attackiert und beleidigt. Er unterstellte dem 1. Schiedsrichter unter anderem, dass er willkürlich gelbe Karten gegen ihn verhängt und die Meisterschaft zu Gunsten der BR Volleys entschieden hätte. Außerdem warf  der Friedrichshafener Trainer der Einsatzleitung vor, die Schiedsrichter in der Finalserie bewusst so angesetzt zu haben, um einen Titelgewinn der Friedrichshafener zu verhindern. Bereits unmittelbar nach dem Spiel hatte Moculescu aufgrund persönlicher Beleidigungen des Schiedsrichters am Schreibertisch die rote Karte gesehen, was zu einer automatischen Sperre von einem Spiel führt.

Die öffentlichen Äußerungen vor den TV-Kameras verstoßen gegen den Fair-Play Grundsatz und gegen den Ethik-Code der DVL, der vorgibt, dass „Spieler, Trainer und Offizielle […] nach dem Spiel jegliche diffamierenden oder beleidigenden Äußerungen in der Öffentlichkeit über die Leistung von Schiedsrichtern“ unterlassen.  Der DVL-Vorstand erachtete das Fehlverhalten von Stelian Moculescu für so schwerwiegend, dass er ein Antrag gemäß Ziffer 2.4 Rechtsordnung des DVV wegen verbandsschädigendem, unsportlichem und sportschädigendem Verhalten einleitete. Die Entscheidung über die Festsetzung der Strafe und das Strafmaß obliegt in erster Instanz der Spruchkammer Süd des DVV.

Volleyball – DVL-Presseservice: Berlins Meister-Scorer Robert Kromm ist MVP – Die kompletten Statistiken der SaisonDVL-Presseservice: Berlins Meister-Scorer Robert Kromm ist MVP – Die kompletten Statistiken der Saison

Als die Berlin Recycling Volleys den Meistertitel in Friedrichshafen am vergangenen Sonntag klargemacht hatten, bekam er noch einmal die goldene MVP-Medaille überreicht: Berlins Außen-Annahme-Star Robert Kromm wurde von den Trainern der Gegner in den 29 Saisonspielen insgesamt elf Mal als wertvollster Spieler der Partie ausgezeichnet. Damit ist der 2,12-Meter-Riese der MVP der Spielzeit 2012/13.

„Der MVP-Titel macht mich stolz”, sagt Kromm. „Aber die Meisterschaft kann kein Einzelspieler, sondern nur das ganze Team gewinnen. Die Mannschaft hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich diesen Titel bekomme.”

Nach sieben Jahren in Italien und Russland war Kromm im Sommer 2012 nach Berlin zurückgekehrt. 2003 hatte der gebürtige Schweriner seine Karriere beim SCC Berlin begonnen. „Ich habe mich im vergangenen Sommer super schnell wieder eingelebt”, berichtet Kromm im Gespräch mit dem DVL-Presseservice. „Da das Team fast komplett zusammengeblieben ist, kam ich in eine intakte Struktur und konnte von Anfang an gute Leistungen bringen.”

Der 29-Jährige entwickelte sich vom Start weg zum besten und konstantesten Angreifer des Deutschen Meisters. „Ein Spieler wie Robert Kromm ist ein Jahrzehnt-Geschenk, das bekommt man nur alle paar Jahre und nicht jedes Jahr”, schwärmt Berlins Manager Kaweh Niroomand. In der Hauptrunde war Kromm mit durchschnittlich 4,74 Punkten pro Satz der beste Scorer der Liga und der stärkste Aufschläger der Liga gewesen.

MVP: Rang zwei in der MVP-Wertung belegt Ventzislav Simeonov von Vize-Meister VfB Friedrichshafen mit sechs goldenen und vier silbernen MVP-Medaillen, mit denen der beste Spieler des Verliererteams geehrt wird. Dahinter rangieren Christian Dünnes (Generali Haching), Axel Jacobsen (TV Ingersoll Bühl), Manuel Rieke (Netzhoppers KW-Bestensee) und Paul Carroll (BR Volleys) mit je vier goldenen und einer silbernen MVP-Plakette.

TOP-SCORER: Simeonov, der die italienische und bulgarische Staatsbürgerschaft besitzt, avancierte mit insgesamt 178 direkten Punkten zum besten Scorer der Play-offs. Dahinter rangieren Paul Carroll (164) und Jakub Rybnicek (138) von den Netzhoppers KW-Bestensee.

AUFSCHLAG: Die besten Aufschläger der Play-off-Phase sind die „Häfler” Simeonov (22 direkte Punkte) und Valentin Bratoev (20) sowie Paul Carroll (17).

BLOCK: Zum mit Abstand besten Blocker avancierte Max Günthör vom VfB Friedrichshafen. Der 2,08-Meter-Mann erzielte in der Play-off-Serie 47 direkte Blockpunkte; das brachte im Schnitt 1,34 Zähler pro Satz. Dahinter rangieren Paul Sprung von den Netzhoppers KW-Bestensee (29 Punkte) und Tomas Kmet von Meister BR Volleys (19 Punkte).

ANNAHME: Die beste Annahmestatistik hat der Hawaiianer Erik Shoji von Chemie Volley Mitteldeutschland vorzuweisen. In seiner ersten Bundesligasaison brachte der Libero in der Play-off-Serie genau 44,44 Prozent seiner Annahmen perfekt zum Zuspieler. Der Spanier Oscar Rodriguez vom Moerser SC brachte es auf 42,59 Prozent. Rang drei in dieser Statistik belegt Außen-Annahme-Spieler Dirk Mehlberg vom TV Rottenburg (38,58 Prozent).

INFO MVP: Direkt nach dem Ende jeder Partie entscheiden die Trainer über die Auszeichnung des jeweils wertvollsten Spielers des Gegners. Der MVP des Gewinnerteams erhält eine goldene Medaille, für den Spieler aus der Verlierermannschaft gibt es eine silberne Medaille. Im Anschluss an die Play-offs wird der Ranglistenerste mit den meisten goldenen Medaillen als MVP der Saison mit einem Pokal ausgezeichnet.

Volleyball – DVL-Presseservice: Schwerins Meister-Regisseurin Denise Hanke ist MVP – Die Statistiken der Saison

Zehn Mal Gold: Denise Hanke war in dieser Saison die mutigste Zuspielerin und die gefährlichste Aufschlägerin in der Bundesliga. Dafür wurde die 23-Jährige in den 32 Bundesligapartien dieser Spielzeit insgesamt zehn Mal mit goldenen MVP-Medaillen dekoriert. Damit ist sie die wertvollste Akteurin dieser Saison. Nun sucht die 23-Jährige bei dem türkischen Topklub Eczacibasi Istanbul eine neue Herausforderung.

Wie alle Beobachter des Saisonfinales ist auch Denise Hanke noch immer euphorisiert von dem hochklassigen und dramatischen Endspiel am Mittwochabend in Dresden. Mit 3:1 hatte der Schweriner SC dieses Spiel und die komplette Finalserie für sich entschieden und den dritten Meistertitel hintereinander gefeiert – jedes Mal in Dresden. „Das war mit das aufregendste Spiel, das wir in dieser Saison hatten. Es war super spannend. Im dritten Satz hat jede von uns drei Herzinfarkte bekommen”, sagt Hanke. Nach dem atemberaubenden Finale durfte die gebürtige Berlinerin die Meisterschale entgegennehmen und dazu die Ehrung als wertvollste Spielerin dieser Saison 2012/13.

In ihrer ersten Saison als Spielführerin des zehnmaligen Deutschen Meisters marschierte die 23-Jährige von Beginn an voran. Sie führte das Team nicht nur auf dem Spielfeld, sondern formte mit ihrer natürlichen Art auch das mit vielen neuen Spielerinnen gespickte Team zur Einheit. In den Champions-League-Spielen wuchs sie über sich hinaus, trieb die europäische Konkurrenz mit Konstanz und Nervenstärke zur Verzweiflung. Ein Lohn der harten Arbeit in den vergangenen Jahren, sagt sie im Gespräch mit dem DVL-Presseservice. „Ich habe in den vergangenen Jahren gut gearbeitet und es immer geschafft, ein wenig mehr zu erreichen und mehr Erfahrung zu sammeln. Man merkt selbst von Saison zu Saison wie viel sicherer man wird.”

Ausgerechnet im Jahr der Heim-EM im September in Deutschland und der Schweiz entwickelte sich die Spielführerin des Deutschen Meisters zu einer der besten Regisseurinnen Europas. So habe sie in dieser Saison mit „mehr Ruhe und Konsequenz in den Handlungen” agiert. Auch, weil das Team um sie herum top funktionierte. „Die Annahme kam fast immer nach vorn, und ich konnte auf jede Position spielen. Da hat jede Spielerin ihre Punkte gemacht, das war wirklich außergewöhnlich dieses Jahr”, sagt Denise Hanke.

Nach vier Deutschen Meistertiteln und zwei Pokalerfolgen mit dem Schweriner SC sucht sie nun eine neue Herausforderung – ein herber Verlust für Schwerin und die gesamte Bundesliga. „Das waren sechs tolle Jahre in Schwerin. Das Vertrauen, das ich hier von Anfang an genossen habe, war die Basis meiner aktuellen Leistung. Natürlich bin ich traurig, aber ich freue mich auch auf etwas Neues.” Entschieden hat sie sich für den Champions-League-Fünften Eczacibasi VitrA Istanbul. „Mit 23 ist man definitiv noch nicht fertig was Erfahrung, Spielverständnis, Taktiken angeht. Da kann noch ganz viel kommen”, sagt sie.

MVP: Mit sieben goldenen und zwei silbernen MVP-Medaillen, mit der die beste Spielerin des jeweiligen Verliererteams geehrt wird, belegt Mittelblockerin Robin de Kruijf vom Dresdner SC den zweiten Platz der MVP-Wertung. Ihre niederländische Landsfrau Quinta Steenbergen vom Schweriner SC ist gemeinsam mit der Kubanerin Liana Mesa Luaces von den Roten Raben Vilsbiburg mit je sechs goldenen Medaillen Dritte.

TOP-SCORER: Martina Utla war in der Play-off-Serie die Topscorerin der Liga. Die Tschechin vom Dresdner SC erzielte 150 direkte Zähler – im Schnitt 4,55 Punkte pro Satz. Ihre Außen-Annahme-Kollegin Anne Buijs vom Schweriner SC machte 147 direkte Punkte. Rang drei belegt Bundesliga-Newcomerin Lisa Izquierdo-Mocasqui (115).

AUFSCHLAG: Wie bereits in der Hauptrunde war MVP Denise Hanke auch in den Play-offs die gefährlichste Aufschlägerin der Liga. Insgesamt erzielte die 23-Jährige 31 direkte Punkte – durchschnittlich 0,89 pro Satz. Mit Mareen Apitz (20) und Stefanie Karg (13) belegen zwei Dresdnerinnen die Ränge zwei und drei dieser Statistik.

BLOCK: Mit 24 beziehungsweise 22 direkten Zählern haben die Schweriner Mittelblockerinnen Quinta Steenbeergen und Anja Brandt die meisten Blockpunkte dieser Play-off-Serie gesammelt. Dahinter rangieren mit Kathy Radzuweit (SC Potsdam), Stefanie Karg (Dresdner SC) und Anne Buijs (Schweriner SC) gleich drei Spielerinnen mit jeweils 17 Punkten.

ANNAHME: Prozentual betrachtet bewies die Tschechin Julie Jasova von VT Aurubis Hamburg in der Play-off-Serie die stabilste Annahme. 56,14 Prozent aller Annahmen landeten perfekt bei ihrer Zuspielerin. Stuttgarts Außen-Annahme-Akteurin Svenja Engelhardt (48,28 Prozent) und Hana Cutura (USC Münster, 36,84 Prozent) belegen die Ränge zwei und drei.

INFO MVP: Direkt nach dem Ende jeder Partie entscheiden die Trainer über die Auszeichnung der jeweils wertvollsten Spielerin des Gegners. Der MVP des Gewinnerteams erhält eine goldene Medaille, für die Spielerin aus der Verlierermannschaft gibt es eine silberne Medaille. Im Anschluss an die Play-offs wird die Ranglistenerste mit den meisten goldenen Medaillen als MVP der Saison mit einem Pokal ausgezeichnet.

Volleyball – DVL-Presseservice: Interview mit Schwerins Meister-Manager Michael Evers – „Die Champions League war der Grundstein für den Meistertitel”

Der Volleyball-Vordenker: Michael Evers ist der Manager des frisch gebackenen Deutschen Meisters Schweriner SC und der Vorsitzende der Deutschen Volleyball-Liga (DVL). Am Abend nach der dramatischen Titelentscheidung beim Dresdner SC sprach der 54-Jährige mit dem DVL-Presseservice über die Bausteine des Schweriner Erfolges, den drohenden Ausverkauf und die Entwicklung des deutschen Frauen-Volleyballs insgesamt.

Herr Evers, diese vierte Finalpartie zwischen Dresden und Schwerin war wohl das packendste und hochklassigste Spiel der gesamten Saison. Wie haben Sie dieses emotionale Auf und Ab verfolgt?

Michael Evers: Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe zwischendurch bereits mit einem fünften Finalspiel gerechnet. Beim Gedanken daran wurde mir angst und bange, weil die Mannschaften absolut auf Augenhöhe gespielt haben. Am Ende hat bei uns vielleicht doch die etwas größere Erfahrung den Ausschlag gegeben.

 

Sie dürfen den dritten Titel hintereinander feiern. Staunen Sie selbst über die Konstanz, mit der Ihre Mannschaft einerseits in dieser Saison aufgetreten ist und andererseits Ihr Verein den deutschen Volleyball beherrscht?

Evers: Überraschend ist das nicht. Wir verfügen gemeinsam mit den Dresdnern über die besten Strukturen im deutschen Frauen-Volleyball. Gerade ist unsere U18 wieder Deutscher Meister geworden. Wir haben exzellente Trainings- und Wettkampfbedingungen in Schwerin und auch ein hochprofessionelles Umfeld, das um die Mannschaft herum arbeitet. Die Summe daraus bringt letztlich den Erfolg.

 

Was waren aus Ihrer Sicht die Meilensteine dieser Saison für den insgesamt zehnten Meistertitel nach 1990?

Evers: Ganz klar: Alle Spiele in der Champions League waren der Grundstein dafür, dass wir am Ende die Meisterschaft gewonnen haben. Da hat die Mannschaft gesehen, dass sie so viel Potenzial hat, gegen alle Gegner mitzuhalten. Wir sind gegen das italienische Topteam Busto Arsizio in der Runde der letzten Zwölf erst im Golden Set ausgeschieden. Diese Spiele auf allerhöchstem Niveau haben möglicherweise den Ausschlag gegeben, dass wir im Meisterschaftsfinale das glücklichere Team waren.

Können Sie bereits sagen, wie das Gesicht der Mannschaft in der kommenden Saison aussehen wird?

Evers: Das entscheidet sich in den nächsten Tagen. Die Champions League ist ja Fluch und Segen zugleich: Wir präsentieren unsere Spielerinnen auf dem Tablett, und die europäischen Topklubs brauchen sie nur herunterzunehmen. So schnell können wir gar nicht den internationalen Markt sondieren, um adäquaten Ersatz zu finden. Das ist ein Problem, aber auch da werden wir eine Lösung finden. Die Situation ist ja nicht neu für uns. Im Grunde machen wir ja nichts anderes in Deutschland, als andere mit uns in Europa. Wir schauen ja auch, ob wir bei den Bundesligisten Spielerinnen finden, von denen wir glauben, dass sie zu uns passen und uns verstärken können.

Klingt wie das Bayern München des Frauen-Volleyballs.

Evers: Wenn man die Erfolge sieht, kann man das sicherlich so sagen.

Können Sie bereits Konkretes zu den Top-Personalien wie Denise Hanke, Quinta Steenbergen oder Trainer Teuin Buijs sagen?

Evers: Alles ist offen. Wir möchten die Mannschaft am liebsten so zusammenhalten wie sie jetzt ist. Aber wir wissen, dass das illusorisch ist. Dann bräuchten wir den Etat der Dresdner noch zu unserem dazu.

Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des Volleyballs insgesamt und speziell des Frauen-Volleyballs hierzulande?

Evers: Es hat sich flächendeckend etwas getan. Wir werden bestimmt fantastische Zuschauerzahlen in dieser Saison haben und im Vergleich zum Vorjahr einen Sprung machen. Auch dank der Dresdner, die unwahrscheinlich viel Publikum anziehen. Wir sind auf einem guten Weg, wenn alle Beteiligten in der Liga kontinuierlich weiterarbeiten; wenn nicht nur in die Mannschaften investiert wird, sondern auch in die Geschäftsstellen und das Umfeld der Teams. Wir haben jetzt fast an allen Standorten große Hallen – und die müssen jetzt voll gemacht werden – nicht nur zu ein oder zwei Spielen, sondern zu vielen Partien.