08.05.2012. Die Beachvolleyball-Nationalspielerinnen Holtwick/Semmler wollen beim zweiten Grand Slam den Kontostand in Sachen Olympia-Qualifikation ausbauen
Knappe Bikinis, Sonnenbrille, Sonnencap und eine leistungsstarke Schutzcreme gehören zur Standardausrüstung eines Beachvolleyball-Profis. In diesen Wochen gehen die Stars der Weltspitze allerdings nicht ohne ein weiteres Utensil auf die World Tour rund um den Globus: Einen Taschenrechner werden sie wohl alle dabei haben. Oder zumindest haben sie auf ihren Laptops eine Excel-Tabelle installiert, in der die Ergebnisse bei den rund zwanzig Stationen des langwierigen Olympia-Qualifikationsmarathons eingetragen werden. Wie auch in der Woche vom 8. bis zum 13. Mai, in der der zweite Grand Slam des Jahres in Peking ausgetragen wird, bei dem auch Katrin Holtwick und Ilka Semmler an den Start gehen. Das Turnier ist die viertletzte Etappe auf dem Weg nach London. Es folgen noch die Grand Slams in Moskau und Rom sowie die Europameisterschaften in Den Haag/Niederlande.
In die Tabellen oder Rechner werden aber nicht nur die eigenen Resultate eingepflegt, sondern auch die der ärgsten Konkurrenz. So machen sie es auch im Nationalteam Holtwick/Semmler, die es mit Stand vom 8. Mai auf 3420 Qualifikations-Ranglistenpunkte bringen. 24 Teams nehmen an den Sommerspielen in London teil, die innerhalb des Qualifikationszyklus zwischen Januar 2011 und Juni 2012 an zwölf Turnieren der FIVB-Tour teilgenommen haben müssen.
Zwei Teams dürfen aus Deutschland kommen. Holtwick/Semmler sind die Nummer zwei hinter Sara Goller und Laura Ludwig mit bislang 4720 Punkten. Mit Stand heute wären sie in London dabei. Deutschlands Nummer drei, Jana Köhler und Julia Sude, hat derzeitig 2720 Zähler auf dem Konto. „700 Punkte sind ein gutes Polster”, glaubt Andreas Künkler, Coach von Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Ende letzter Woche waren durch Platz neun beim Grand Slam in Shanghai 320 Weltranglistenpunkte hinzugekommen. „Es war ein schönes Gefühl, dass wir so viele Punkte neu auf unserer Habenseite verbuchen konnten”, freute sich Katrin Holtwick nach dem gelungenen Einstieg in die Grand-Slam-Phase. „Das gibt ein gutes Gefühl für die nächsten Aufgaben. In Shanghai”, so die 28-Jährige, „haben schon viele Dinge gut geklappt, die wir uns vorgenommen haben.”
Nun soll in Peking eine Schippe nachgelegt werden. Zumal die Austragungsstätte der Olympischen Spiele vor vier Jahren für Holtwick/Semmler mit besten Erinnerungen verknüpft ist. Vielleicht sollten sich Katrin Holtwick und Ilka Semmler bis dahin noch einmal die Resultate aus 2011 vor Augen halten. Da gab es unter anderem Siege gegen die späteren Weltmeisterinnen Larissa/Juliana aus Brasilien, gegen die späteren Europameisterinnen Cicolari/Menegatti (Italien) sowie die aktuellen Weltranglisten-Ersten Talita/Antonelli (Brasilien). Im Finale wurden sie erst nach drei Sätzen von den Olympiasiegerinnen Walsh/May-Treanor (USA) gestoppt und erhielten von der FIVB den Spitznamen „Giant Killer”.
Ab dem 9. Mai bekommen es Katrin Holtwick und Ilka Semmler in den Matches in Pool E mit folgenden Gegnern (in dieser Reihenfolge) zu tun: Louise Bawden/Becchara Palmer aus Australien, Jennifer Kessy und April Ross (USA) sowie den Italienerinnen Daniela Gioria/Giulia Momoli.

